Megs Kingdom

Nu ja, mein kleines Reich

Montag, 28. Mai 2007

Kaitiaki Whanau

Am Montag bin ich mit der Tochter meiner Homestay-Ellis, ner Rechtsanwältin, von Auckland aus los. Nach einer kurzen Rundfahrt von Hamilton (größte „Inland“Stadt mit 130 000 Einwohnern; Der Waikato Fluß fließt hier durch und ist einer der längeren Flüsse hier) ging’s zum Enviromental Waikato, um bei einer Anhörung über Schädlingskontrolle XD. Da war eine genau wie Frau Handke, hat mich echt an sie erinnert. Ansonsten war’s erstaunlicherweise recht interessant.

Danach sind wir los nach Cambridge, einer kleinen Stadt (11,300 Einwohner, das ist hier groß :) ), die viel „englishes“ Flair besitzen soll. Na ja. Aber die typischen Merkmale; bowling green, Horseraces/breeding, trimmed lawns, waren vorhanden, das muss man denen schon geben.

Von Cambridge aus ging’s einer Kette von Dämmen entlang. Das Besondere ist die Dammmauer: eine Straße mit Ampel an beiden Enden. Bisschen unpraktisch wenn man in Eile ist, da man, wenn man Pech hat, auf den anderen warten muss.

Viel Dämme später, wird das Auto von einem Geruch erfüllt der an faulende Eier erinnert…wir sind da in Rotorua. Rotorua ist eine Hochburg für Touristen und im Zentrum eines Riftvalleys (wisst ihr noch was dass ist?-> Plattentektonik) am Ufer eines Kratersees. Hier auf der Nordinsel prallen zwei Platten gegeneinander und die eine sinkt ab. Die Südinsel ist der Himalaytyp mit dem Faltengebirge, die Ränder der Platten werden in einem Gebirge nach oben gedrückt.

Zurück zu dem Gestank. Der ist von dieser Aktivität, Schwefelirgendwas, hab’s vergessen. Nachdem wir also japanisch gegessen hatten, ging’s in die Polonaisyan Spa, eine von vielen Spas hier. Einmal hatte hier jeder seinen einigen Hotpool im Garten, aber die wurden wegen den finanziellen Möglichkeiten übernacht verboten. War ziemlich cool, na ja eher gesagt, heiß mit Becken bis zu 43°C, gefüllt mit mineral und alkal Wasser (gibt’s ne Mehrzahl von Wasser?).

Am nächsten morgen hab ich mich die 3,5 Km nach Rotorua geschleppt und hab die „Stadt“ erkundet. Und war im Museum, eig echt interessant. Vorallem erstaunt das Gebäude. Es ist das erste Fachwerkhaus , das ich in Neuseeland gesehn hab.
Mountaibiking ging leider nicht da es „etwas“ nass war :-), aber die vielen (Touri-)Läden waren guter Ersatz und ich hab sogar die „Kletterwand“ entdeckt. Nu ja. Abends ging’s dann zu einem Haraki, Maoriessen auf heißen Steinen gekocht und natürlich einem deftigen Batzen Maorikultur. Und einer nächtlichen Tour von Rainbow Springs, einem kleinen Reserve, rund um die Rainbow Springs. Natürlich hat’s hier eine Menge Rainbow Trout(ne verbreitete Fischart), daher der Name der Quelle, die übrigens auch nachts wunderbar sichtbar ist. Begrüßt wurden wir von Kiwi rufen, zuerst ein Männchen, dann die Antwort des Weibchens, denn hier gibt’s ein Zaun, der die Kiwi’s vor den eingeschleppten Mardern, Dachsen etc schützt. Der(?) Kiwi ist Nachtaktiv und rennt nur auf dem Boden rum. Seine Eier sind 1/3 so groß wie er(Vergleich: Kind, das 25 kg bei Geburt wiegt!!!) und bevor irgendwas eingeschleppt wurde, lebte er Glück und wurde nur ab und zu von den Maoris gefangen, da er so scheu ist. Nachdem wir die „wilden“ Kiwis gehört hatten und die vielen Fische begafft hatten, waren Kiwis dran. Von den Kiwis die in „gefährlichen“ Zonen leben werden die Eier eingesammelt und z.B. hier ausgebrütet. Diese Kiwis kann man anschaun. Das Gehege mit zwei Kiwis, das man betretten darf ist mit zwei Türen gesichert und ein 20 cm Zaun trennt die Kiwis von uns. Die Dinger sind jedoch verdammt scheu und zum fotografieren ohne Blitz nachts für jemand wie mich nicht ideal: dennoch fordere ich euch heraus: SPOTT THAT KIWI!! :-P da ist wirklich ein Kiwi drauf!

Morgens hatt’s dann erstmal geregnet. Aber wenn man schon von oben nass wird wieso nicht auch von untern :) ? White Water Rafting auf der Kaituna war abartig. Um’s gelinde auszudrücken :-). Es war ein Grade 5 raft :) mit drei Wasserfällen und Stromschnellen, die wegen dem Regen noch schneller waren. Die Stromschnellen haben einen im Boot ziehmlich durchgerüttelt, aber als wir dann eine Stromschnelle runtergeschwmmen sind, oha, dass ist abartig. Was die Jungs hier "surfen" nennen, würd ich auch eher als das Boot vorne abtauchenlassen bis es wieder rausflutscht. Ich wurde als "leichtes Mädchen", leider das einzige im Boot, nach vorn geschickt, weil sie gemeint haben, das ich hinten sonst rausflieg :) also hab ich ne ordentlich Ladung Wasser abbekommen, aber trotzdem ziehmlich "cool".

Nach einer sehr heißen dusche, ging’s was futtern und am nächsten morgen über Wai-O-Tapu nach Taupo. Wai-O-Tapu ist eine Art Reserve Park, mit Wegen um besondere vulkanische Aktivitäten wie z.B. dem Champagner Pool, eine Art See/Teich der grün-blau-braun-gelb ist und aus dem Dampffontänen aufsteigen und es blubbert(->wie Champagner). Am Ufer hat sich etwas Orangenes festgesetzt, wegem dem Regen, der auf das wärmere Gebräu trifft ist’s ein bisschen nebelig. Ansonsten riecht’s hier strenger also irgendwo anders. Aber das stört die blubbernden „muddpools“, farbigen Seen (-> giftgrün-braun-gelb-orange-manchmal sogar blau Töne) und bunten Krater (sogar lila!!(Manganese Oxid)). Echt abartig, der Champanger Pool geht ein paar Kilometer in die Erde rein, ziemlich weit unten sollen Gold und andere Edelmetalle vorkommen und irgendwann kommt’s Magma.

Taupo liegt auch an einem See, ist jedoch etwas ruhiger. Heute liegen die Wolken aber etwas tief und das wunderschöne Gebirge, das hinterm See raufragen sollte, ist nur vermutbar. Wir bleiben nicht zu lang, den Die Huka Falls und ein geothermales Kraftwerk warten.

Die Huka Falls sind echt etwas Besonderes. Der Fluss fließt hier in eine enge Schneiße zwischen soliden Steinfelsen. So entstehen Stromschnellen und weil das Wasser so arg herumgewirbelt wird, wird so viel Sauerstoff untergemischt, dass das Wasser eine türkisene Farbe bekommt. Schließlich mündet dieses kleine Spektakel in einem rauschenden Wasserfall in den weiteren Flusslauf. Hier runter zu kayaken ist strengstens verboten, und es gibt nur sehr wenige die es trotzdem gemacht haben. Ich weiß aber nicht ob jemand wirklich umgekommen ist.
Und das Kraftwerk erst. Es ist im Prinzip ein Tal voller Rohre, Pumpen und Dampf. Auch hier kann man munter drin rumfahrn. Überall wird "überschüßiger" Dampf rausgelassen und von der Aussichtsplattform hat meine ein ungewöhnliches Bild vor sich.

Haere ma!